Tour de France 2027: Zwei Zeitfahren und spektakuläre Bergankünfte
Antonio Spitaleri Allgemein Europa Magazine News Orte Radsport Schweiz Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch sportnachrichten.ch Themen Tour de France Verbreitung
Die Tour de France 2027 erhält ein anspruchsvolles Streckenprofil mit deutlich mehr Zeitfahrkilometern. Bei der offiziellen Präsentation am Donnerstag, 22. Oktober 2026, in Paris stellen die Organisatoren zwei Einzelzeitfahren über insgesamt 71 Kilometer vor. Dazu kommen sechs Bergetappen, legendäre Alpenpässe und ein schwieriger Abschluss in den Pyrenäen.
Die 114. Austragung der Frankreich-Rundfahrt beginnt am 2. Juli in Edinburgh und endet am 25. Juli auf den Champs-Élysées in Paris. Auf den 21 Etappen legen die Fahrer insgesamt 3479 Kilometer zurück. Besonders die Zeitfahren von Blois nach Chambord und rund um Toulouse könnten im Kampf um das Gelbe Trikot entscheidend werden.
Auch die Tour de France Femmes wartet mit bedeutenden Neuerungen auf. Das Frauenrennen startet am 30. Juli in Leeds, beinhaltet erstmals ein Mannschaftszeitfahren in London und endet am 7. August mit einer anspruchsvollen Bergankunft auf dem Puy de Dôme. Damit erhalten beide Rundfahrten ein eigenständiges und abwechslungsreiches Streckenprofil.
71 Kilometer gegen die Uhr – so viel wie seit 2012 nicht mehr
Die wichtigste Neuerung der Männerrundfahrt betrifft die beiden Einzelzeitfahren. Erstmals seit 2012 stehen wieder insgesamt 71 Kilometer gegen die Uhr auf dem Programm.
Bereits auf der siebten Etappe führt ein 38 Kilometer langes Zeitfahren von Blois zum Schloss Chambord. Die weitgehend flache Strecke kommt insbesondere leistungsstarken Rouleuren entgegen.
Das zweite Zeitfahren findet am 20. Juli in Toulouse statt. Auf den 33 Kilometern wartet mit der steilen Côte de Pech David eine zusätzliche Schwierigkeit.
Für die Gesamtklassementfahrer könnte diese Etappe unmittelbar vor den entscheidenden Pyrenäenprüfungen erhebliche Auswirkungen haben.
Insbesondere Remco Evenepoel gehört zu jenen Fahrern, denen ein solcher Parcours entgegenkommen dürfte.
Tourstart erstmals in Edinburgh
Die Rundfahrt beginnt mit drei Etappen in Grossbritannien.
Am 2. Juli führt die erste Etappe über 184 Kilometer von Edinburgh nach Carlisle. Anschliessend geht es von Keswick über 223 Kilometer nach Liverpool.
Die dritte Etappe von Welshpool nach Cardiff verläuft vollständig durch Wales und enthält mehrere anspruchsvolle Anstiege.
Danach wechselt das Peloton nach Frankreich. Dort warten zunächst die Normandie und die Bretagne, bevor die Strecke in Richtung Alpen führt.
Grand Colombier und Tourmalet als Höhepunkte
Die erste grosse Bergprüfung folgt am 11. Juli mit der Ankunft auf dem Grand Colombier.
Danach stehen anspruchsvolle Alpenetappen auf dem Programm. Besonders die Anstiege rund um Sallanches und die Côte de Domancy versprechen intensive Kämpfe zwischen den Favoriten.
Auch Les Saisies gehört zu den wichtigen Bergankünften.
Die entscheidende Phase folgt in der letzten Tourwoche in den Pyrenäen.
Die Königsetappe führt über den legendären Tourmalet und endet nach weiteren schweren Anstiegen auf dem Col du Portet oberhalb von Saint-Lary-Soulan.
Damit bleibt die Rundfahrt trotz der zusätzlichen Zeitfahrkilometer ein anspruchsvoller Wettbewerb für die weltbesten Bergfahrer.
Pogačar und Evenepoel vor unterschiedlichen Herausforderungen
Der Parcours könnte den Kampf um den Gesamtsieg besonders interessant machen.
Tadej Pogačar gewann auch die Tour de France 2026 und gehört damit erneut zum Kreis der wichtigsten Anwärter.
Der Slowene arbeitet nach seinem schweren Vuelta-Sturz an der Rückkehr. Zuletzt konnte er bereits wieder erste Trainingseinheiten im Freien absolvieren.
Mit den längeren Zeitfahren könnte insbesondere Evenepoel wertvolle Sekunden gewinnen. Gleichzeitig bleiben die schweren Bergankünfte entscheidend.
Aus Schweizer Sicht dürften vor allem die Zeitfahretappen und anspruchsvollen Übergangsetappen interessante Möglichkeiten bieten.
Frauen-Tour endet auf dem Puy de Dôme
Auch die Tour de France Femmes bietet 2027 mehrere Besonderheiten.
Nach dem Start in Leeds führt die erste Etappe über 86 Kilometer nach Manchester. Es folgen 154 Kilometer bis Sheffield.
Am 1. August steht in London erstmals ein Mannschaftszeitfahren auf dem Programm. Die rund 18 Kilometer lange Strecke führt durch die britische Hauptstadt und endet auf der Mall.
Anschliessend wechselt die Rundfahrt nach Frankreich.
Das grosse Finale wartet am 7. August. Die letzte Etappe führt über 170 Kilometer von Clermont-Ferrand auf den Puy de Dôme.
Besonders die letzten vier Kilometer mit Steigungen von durchschnittlich mehr als zwölf Prozent dürften für die Entscheidung im Gesamtklassement sorgen.
Für die Schweizerin Marlen Reusser könnte die Rundfahrt nach ihrem starken Abschneiden 2026 erneut ein wichtiges Saisonziel werden.
Die beiden Tour-Ausgaben verbinden damit traditionsreiche Austragungsorte mit neuen sportlichen Herausforderungen.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert