Schweizer Frauen-Nati gegen die USA chancenlos – 0:7 zum WM-Auftakt
Antonio Spitaleri Allgemein Eishockey Europa Frauen-Hockey Magazine News Orte Regionen Schweiz Schweiz Spiele Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch sportnachrichten.ch swisshockey.ch Themen Verbreitung
Die Schweizer Frauen-Nationalmannschaft erlebt an der Eishockey-WM in Dänemark einen schwierigen Auftakt. Das Team von Shannon Miller verliert am Freitagabend in Esbjerg gegen Titelverteidiger USA deutlich mit 0:7. Während die Schweizerinnen im ersten Drittel noch gut mithalten, übernehmen die Amerikanerinnen danach vollständig die Kontrolle. Besonders das Schussverhältnis von 38:8 verdeutlicht die Überlegenheit der Olympiasiegerinnen.
Hannah Bilka bringt die USA in der zehnten Minute in Führung. Casey O’Brien erhöht im zweiten Drittel auf 2:0, ehe Laila Edwards in Überzahl den dritten Treffer erzielt. Im Schlussabschnitt treffen Bilka, Kirsten Simms, Hilary Knight und nochmals Edwards. Die USA gewinnen die drei Drittel mit 1:0, 2:0 und 4:0.
Für die Schweiz beginnt die Weltmeisterschaft damit mit einem Rückschlag. Torhüterin Andrea Brändli verhindert mit 31 Paraden eine noch höhere Niederlage. Offensiv kommt die Mannschaft trotz einzelner guter Möglichkeiten kaum zum Abschluss. Bereits am Sonntag wartet gegen Tschechien die nächste wichtige Aufgabe.
Schweiz hält im ersten Drittel dagegen
Die Amerikanerinnen übernehmen erwartungsgemäss früh die Initiative. Dennoch gelingt es der Schweiz zunächst, die Räume vor dem eigenen Tor weitgehend zu schliessen.
In der zehnten Minute bringt Hannah Bilka die USA mit 1:0 in Führung. Andrea Brändli verhindert weitere Treffer.
Zwei amerikanische Strafen eröffnen der Schweiz anschliessend die Möglichkeit, selbst Druck aufzubauen.
Captain Alina Müller kommt zur besten Schweizer Chance des Startdrittels. Aerin Frankel im amerikanischen Tor bleibt jedoch unbezwungen.
Mit einem knappen 0:1 geht die Schweiz in die erste Pause.
Im Mitteldrittel wächst der Druck
Nach Wiederbeginn erhöhen die USA ihr Tempo deutlich.
Die Schweizerinnen geraten immer häufiger in die Defensive und haben Schwierigkeiten, die Scheibe kontrolliert aus der eigenen Zone zu spielen.
In der 24. Minute erhöht Casey O’Brien nach einer längeren amerikanischen Druckphase auf 2:0.
Nora Harju kommt bei einem Gegenangriff zu einer Gelegenheit, insgesamt bleiben Schweizer Offensivaktionen aber selten.
In der 33. Minute muss Ivana Wey wegen Hakens auf die Strafbank.
Nur 15 Sekunden später nutzt Laila Edwards die Überzahl zum 3:0.
Das Schussverhältnis im zweiten Abschnitt lautet 16:3 zugunsten der USA.
Vier weitere Gegentore im Schlussdrittel
Die Amerikanerinnen lassen auch nach der zweiten Pause nicht nach.
Bereits in der 42. Minute erzielt Bilka ihren zweiten Treffer zum 4:0.
Kirsten Simms erhöht fünf Minuten später mit einer gelungenen Einzelaktion auf 5:0.
In der 50. Minute trifft Hilary Knight zum sechsten Mal für die USA.
Nationaltrainerin Shannon Miller nimmt daraufhin ein Timeout, um ihre Mannschaft neu zu ordnen.
Kurz vor Schluss stellt Edwards mit ihrem zweiten persönlichen Treffer den 7:0-Endstand her.
Brändli verhindert eine höhere Niederlage
Trotz sieben Gegentoren gehört Andrea Brändli zu den auffälligsten Schweizer Spielerinnen.
Die Torhüterin steht während der gesamten Partie unter erheblichem Druck.
Von 38 amerikanischen Abschlüssen wehrt sie 31 ab.
Mehrfach verhindert sie bei gefährlichen Chancen weitere Gegentreffer.
Auf der anderen Seite muss Aerin Frankel lediglich acht Schweizer Schüsse parieren.
Das verdeutlicht den entscheidenden Unterschied: Die USA können über weite Strecken im Angriff bleiben, während der Schweiz Entlastung und längere offensive Druckphasen fehlen.
Ohne Lara Stalder fehlt offensive Erfahrung
Die Schweizerinnen müssen an dieser Weltmeisterschaft auf ihre verletzte Führungsspielerin Lara Stalder verzichten.
Die Stürmerin hatte sich im Oktober am Knie verletzt.
Dadurch liegt zusätzliche Verantwortung auf Spielerinnen wie Alina Müller und Naemi Herzig.
Die Kaderzusammenstellung für die Weltmeisterschaft hatte bereits gezeigt, dass Miller eine Mischung aus international erfahrenen Kräften und jungen Spielerinnen einsetzt.
Gegen die USA wird deutlich, wie schwierig es ist, gegen die besten Mannschaften der Welt ohne längere Scheibenbesitzphasen Chancen zu kreieren.
Die USA bleiben ein übermächtiger Gegner
Die Schweiz wartet weiterhin auf ihren ersten Sieg gegen die Amerikanerinnen bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen.
Auch der jüngste Vergleich bestätigt den grossen sportlichen Unterschied.
Die USA verfügen über zahlreiche Spielerinnen aus der nordamerikanischen Profiliga PWHL.
Hannah Bilka und Laila Edwards treffen jeweils zweimal. Caroline Harvey steuert drei Assists bei.
Für die Schweiz ist das Ergebnis besonders ernüchternd, nachdem sie im Februar an den Olympischen Winterspielen noch die Bronzemedaille gewonnen hatte.
Gegen Tschechien braucht es eine Steigerung
Am Sonntag, 8. November, bestreitet die Schweiz ihr zweites Gruppenspiel gegen Tschechien.
Die Tschechinnen starteten mit einem 4:1-Erfolg gegen Österreich in die Weltmeisterschaft.
Auch die Schweizerinnen kennen ihre Qualitäten: Ende Oktober verloren sie in der WM-Vorbereitung gegen denselben Gegner mit 2:7.
Entscheidend wird sein, wie Miller die Defensive stabilisiert und gleichzeitig mehr offensive Entlastung ermöglicht.
Anschliessend folgen die Gruppenspiele gegen Österreich am 10. November und Deutschland am 11. November.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert