Bertola scheitert an Shapovalov – Aufschlag entscheidet in Basel
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Rémy Bertola hat bei den Swiss Indoors Basel seinen ersten Sieg im Hauptfeld erneut verpasst. Der 28-jährige Tessiner unterlag dem Kanadier Denis Shapovalov am Mittwoch, 28. Oktober 2026, mit 4:6, 2:6. Entscheidend war vor allem die Effizienz des ehemaligen Top-10-Spielers beim eigenen Aufschlag. Für Bertola endet damit eine Turnierwoche mit zwei Qualifikationssiegen.
Bertola zeigte gegen den Weltranglisten-52. im ersten Satz eine kämpferische Leistung. Nach einem frühen Aufschlagverlust gelang ihm umgehend das Rebreak. Shapovalov setzte sich jedoch erneut ab und gewann den ersten Durchgang mit 6:4. Im zweiten Satz hielt der Schweizer bis zum 2:2 mit, bevor der Kanadier vier Games hintereinander gewann.
Der Tessiner hatte sich zum zweiten Mal in Folge für das Hauptfeld des ATP-500-Turniers qualifiziert. Mit Stan Wawrinka, Dominic Stricker und Mika Brunold sind bereits drei weitere Schweizer ausgeschieden. Jérôme Kym bleibt als letzter einheimischer Einzelspieler im Wettbewerb.
Ein früher Rückstand – und die direkte Antwort
Für Rémy Bertola begann die Begegnung gegen Denis Shapovalov denkbar ungünstig. Bereits im ersten Aufschlagspiel musste der Schweizer ein Break hinnehmen.
Doch der Tessiner reagierte sofort. Er nutzte seine erste Breakmöglichkeit und stellte auf 1:1.
Damit zeigte Bertola, dass er gegen den früheren Weltranglisten-Zehnten durchaus zu erfolgreichen Ballwechseln fähig war.
Im weiteren Verlauf setzte Shapovalov den Schweizer jedoch wiederholt unter Druck.
Beim Stand von 3:3 gelang dem Kanadier das zweite Break. Diesen Vorsprung verteidigte er bis zum Satzgewinn.
Bertola erspielte sich beim Stand von 4:5 nochmals einen Breakball, konnte die Gelegenheit aber nicht verwerten.
Shapovalov übernimmt die Kontrolle
Im zweiten Durchgang hielten zunächst beide Spieler ihre Aufschlagspiele.
Bis zum 2:2 blieb Bertola in Reichweite seines Gegners. Danach setzte sich die grössere Erfahrung und Durchschlagskraft des Kanadiers durch.
Shapovalov gewann vier Games in Folge und verwandelte seinen Vorsprung zum 6:2.
Besonders deutlich war der Unterschied beim ersten Aufschlag.
Der Kanadier gewann 26 seiner 29 Punkte, wenn sein erster Service im Feld landete. Das entspricht einer Erfolgsquote von 90 Prozent.
Bertola kam bei derselben Statistik lediglich auf 56 Prozent.
Auch bei den Breakmöglichkeiten zeigte sich der Unterschied: Shapovalov nutzte vier seiner neun Chancen, der Schweizer eine von zwei.
Die Zahlen erklären den Klassenunterschied
Bertola brachte mit 61 Prozent eine ordentliche Quote erster Aufschläge zustande.
Sein Problem war weniger die Häufigkeit des ersten Services als dessen Wirkung.
Shapovalov gewann dagegen mit seinem ersten Aufschlag viele direkte oder rasch kontrollierte Punkte.
Beim Return hatte Bertola deshalb kaum Möglichkeiten, konstant Druck aufzubauen.
Der Schweizer gewann lediglich drei von 29 Punkten gegen den ersten Aufschlag des Kanadiers.
Diese Statistik erklärt, weshalb Bertola trotz eines kämpferischen Auftakts nicht genügend Chancen erhielt, um die Begegnung offen zu halten.
Zwei Schweizer Siege in der Qualifikation
Trotz des Ausscheidens darf Bertola auf eine erfolgreiche Qualifikationsphase zurückblicken.
Bereits am Samstag setzte sich der 28-Jährige gegen Jakub Paul souverän mit 6:2, 6:1 durch.
Im entscheidenden Qualifikationsspiel traf er auf seinen Landsmann Mika Brunold.
Dieses Duell war wesentlich ausgeglichener. Bertola gewann den ersten Satz im Tiebreak mit 7:5 und entschied den zweiten Durchgang mit 6:4.
Damit sicherte er sich zum zweiten Mal hintereinander einen Platz im Hauptfeld der Swiss Indoors.
Bereits im Vorjahr hatte er die Qualifikation überstanden, war anschliessend jedoch am Spanier Jaume Munar gescheitert.
Basel zeigt Bertolas Entwicklung
Der Tessiner gehört nicht zu den Spielern, denen der Durchbruch auf der ATP-Tour bereits in jungen Jahren gelang.
Mit 28 Jahren arbeitet er weiter daran, sich auf höherem Niveau zu etablieren.
Erst eine Woche vor Basel hatte er beim ATP-Turnier in Brüssel als Lucky Loser gegen David Goffin gespielt.
Bei der Dreisatzniederlage gewann Bertola den ersten Durchgang mit 6:3.
Auch die erneute Basler Hauptfeldqualifikation ist deshalb sportlich bedeutsam.
Vor Turnierbeginn hatte bereits der Einzug von fünf Schweizern ins Hauptfeld für besondere Aufmerksamkeit gesorgt.
Nun geht es für Bertola darum, die Fortschritte auch ausserhalb der Schweizer Turnierwoche zu bestätigen.
Jérôme Kym bleibt als letzter Schweizer
Das Ausscheiden Bertolas reduziert die einheimische Vertretung im Einzel auf einen Spieler.
Stan Wawrinka, Dominic Stricker und Mika Brunold mussten sich ebenfalls in der ersten Runde geschlagen geben.
Jérôme Kym hingegen erreichte mit einem Sieg gegen Arthur Rinderknech das Achtelfinale.
Dort wartet mit dem Amerikaner Ben Shelton der topgesetzte Spieler des Turniers.
Für den Schweizer Tennisnachwuchs bleibt Basel damit eine wichtige Bühne, auch wenn der erhoffte grosse Durchbruch bislang ausgeblieben ist.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert