Küng verpasst WM-Podest – Evenepoel schreibt Geschichte

Stefan Küng im Schweizer Zeitfahranzug bei der Strassen-WM in Montréal

Stefan Küng hat die erhoffte Medaille im Einzelzeitfahren der Strassen-WM in Montréal verpasst. Der 32-jährige Thurgauer beendet die 39,2 Kilometer lange Prüfung auf Rang 7 und verliert 1:44,44 Minuten auf Sieger Remco Evenepoel. Der Belgier schreibt mit seinem vierten WM-Titel in Folge Geschichte.

Evenepoel dominiert das Rennen von Beginn weg. Bereits bei der ersten Zwischenzeit liegt der Titelverteidiger vorne und baut seinen Vorsprung anschliessend kontinuierlich aus. Nach 44:53,13 Minuten erreicht der 26-Jährige das Ziel und distanziert den zweitplatzierten Filippo Ganna um 57,31 Sekunden. Bronze geht an den erst 19-jährigen Franzosen Paul Seixas, der 1:13 Minuten verliert.

Für Küng ist früh erkennbar, dass es an diesem Sonntag nicht für den Kampf um die Medaillen reichen wird. Bei den Zwischenzeiten bewegt sich der Schweizer zwischen den Positionen sieben und neun und findet nicht zu jenem Rhythmus, der ihn zuletzt zum Sieg im Vuelta-Zeitfahren geführt hatte. Noch vor der WM hatten wir Küngs Chancen im Zeitfahren von Montréal eingeordnet. Am Ende bleibt ihm trotz eines konstanten Rennens Rang 7.

Evenepoel setzt sich früh ab

Auf dem schnellen, aber teilweise technisch anspruchsvollen Kurs durch Montréal lässt Evenepoel keine Zweifel an seiner Favoritenrolle aufkommen. Die Strecke führt unter anderem entlang des St.-Lorenz-Stroms sowie über den Circuit Gilles-Villeneuve und enthält vor allem zu Beginn und im Finale mehrere anspruchsvolle Kurvenpassagen.

Schon nach dem ersten Messpunkt besitzt der Belgier einen deutlichen Vorsprung. Küng liegt dort rund 22 Sekunden zurück. Zur Rennhälfte ist der Abstand bereits auf mehr als 50 Sekunden angewachsen.

Evenepoel hält sein aussergewöhnlich hohes Tempo bis ins Ziel durch. Mit einem Schnitt von rund 52,4 km/h ist er der einzige Fahrer, der die Marke von 52 km/h übertrifft.

Küng bleibt ausserhalb des Medaillenkampfs

Küng erreicht das Ziel nach 46:37,57 Minuten. Damit fehlen ihm gut 31 Sekunden auf Bronze. Vor ihm klassieren sich neben Evenepoel, Ganna und Seixas auch der Amerikaner Brandon McNulty, der Schwede Jakob Söderqvist und der Mexikaner Isaac del Toro.

Das Resultat ist für den Schweizer vor allem deshalb bemerkenswert, weil seine Formkurve zuletzt deutlich nach oben gezeigt hatte. Nach seinem schweren Oberschenkelbruch zu Saisonbeginn arbeitete sich Küng schrittweise zurück und gewann im August das Zeitfahren der Polen-Rundfahrt.

Im September folgte der prestigeträchtige Sieg im Vuelta-Zeitfahren nach Jerez de la Frontera. Anschliessend verliess Küng die Spanien-Rundfahrt vorzeitig, um sich gezielt auf die Weltmeisterschaft vorzubereiten. Der erhoffte Sprung auf das Podest gelingt in Montréal dennoch nicht.

Bissegger auf Rang 28

Auch Stefan Bissegger kann nicht in den Kampf um die vorderen Positionen eingreifen. Der zweite Schweizer verliert 2:54 Minuten auf Evenepoel und beendet das Rennen auf Rang 28.

An der Spitze setzt Evenepoel dagegen einen historischen Meilenstein. Nach seinen Titeln 2023, 2024 und 2025 gewinnt er zum vierten Mal hintereinander das WM-Zeitfahren. Eine solche Serie war zuvor keinem Fahrer gelungen.

Mit insgesamt vier Titeln zieht der Belgier ausserdem mit Fabian Cancellara und Tony Martin gleich. Anders als seine beiden Vorgänger holte Evenepoel seine vier Regenbogentrikots jedoch ohne Unterbruch.

🏆 DIE WICHTIGSTEN WM-FAKTEN

  • Remco Evenepoel gewinnt über 39,2 Kilometer in 44:53,13 Minuten und wird zum vierten Mal in Folge Weltmeister.
  • Filippo Ganna holt mit 57,31 Sekunden Rückstand Silber, Paul Seixas gewinnt Bronze.
  • Stefan Küng wird mit 1:44,44 Minuten Rückstand Siebter, Stefan Bissegger belegt Rang 28.
  • Das Elite-Strassenrennen der Männer findet am Sonntag, 27. September, über 273,7 Kilometer und 3’803 Höhenmeter statt.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert

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