Yakin reagiert auf Okafor: «Gang an die Öffentlichkeit passt mir nicht»

Murat Yakin bei einer Medienkonferenz vor einer rot-weissen Hintergrundwand

Murat Yakin hat erstmals ausführlich auf Noah Okafors Rückzug aus der Schweizer Nationalmannschaft reagiert. Der Nati-Trainer verteidigt seine sportlichen Entscheide und macht deutlich, dass ihm vor allem Okafors öffentliches Vorgehen missfällt. «Der Gang an die Öffentlichkeit, das passt mir nicht», sagte Yakin bei der Kaderbekanntgabe für die Nations League.

Yakin erklärte, er habe Okafor ausschliesslich nach dessen Leistungen beurteilt. Besonders mit der Defensivarbeit des Offensivspielers sei er nicht zufrieden gewesen. Diskussionen mit Spielern seien für ihn grundsätzlich kein Problem, betonte der 52-Jährige. Die öffentliche Austragung der Differenzen sieht er dagegen kritisch.

Okafor hatte am 10. September bekanntgegeben, bis auf Weiteres nicht mehr für die Schweizer Nationalmannschaft spielen zu wollen. Der 26-Jährige sprach von verletztem Vertrauen, fehlendem gegenseitigem Respekt und nicht eingehaltenen Zusagen. Unter dem aktuellen Nationaltrainer sehe er keine Grundlage für eine weitere Zusammenarbeit.

Yakin beurteilt ausschliesslich die Leistung

Bei der Medienkonferenz am Donnerstag wurde Yakin ausführlich auf den Konflikt angesprochen. Auf Okafors Aussage, wonach während der gemeinsamen Zeit Abmachungen nicht eingehalten worden seien, reagierte der Nationaltrainer zurückhaltend. Er wisse nicht, auf welche Vereinbarungen sich Okafor dabei beziehe.

Seine eigenen Entscheide seien sportlich begründet gewesen. «Für mich zählt die Leistung auf dem Platz», stellte Yakin klar. Andere Spieler seien zu diesem Zeitpunkt weiter gewesen und hätten sich für Einsätze aufgedrängt. Gerade im Spiel gegen den Ball habe er bei Okafor Defizite gesehen.

Der Nationaltrainer machte zugleich deutlich, dass er direkte Gespräche mit seinen Spielern ausdrücklich zulasse. Wer mit seiner Rolle oder einer sportlichen Beurteilung nicht einverstanden sei, könne dies intern jederzeit ansprechen. Dass Okafor seine Kritik schliesslich öffentlich formulierte, entsprach dagegen nicht Yakins Vorstellung vom Umgang innerhalb der Mannschaft.

Konflikt entwickelte sich über Monate

Die Spannungen zwischen Yakin und Okafor reichen weiter zurück. Nachdem der damalige Leeds-Stürmer im November 2025 erneut nicht für die Nationalmannschaft berücksichtigt worden war, hatte er öffentlich seine Enttäuschung über den aus seiner Sicht fehlenden Austausch mit den Nati-Verantwortlichen geäussert.

Im März 2026 kehrte Okafor nach längerer Abwesenheit wieder ins Schweizer Aufgebot zurück. Auch für die Weltmeisterschaft in Nordamerika wurde er nominiert. Während des Turniers spielte er jedoch nur eine Nebenrolle und kam einzig im Sechzehntelfinal gegen Algerien zum Einsatz.

Eine Woche vor Yakins Stellungnahme zog Okafor daraus seine Konsequenzen. Sein Rückzug ist ausdrücklich nicht endgültig formuliert. Er erklärte jedoch, unter Yakin vorerst nicht mehr für die Schweiz spielen zu wollen. Gleichzeitig würdigte er die sportlichen Erfolge des Nationaltrainers.

Nations League beginnt ohne Okafor

Für Yakin und die Nati richtet sich der Blick nun auf die Nations League. Die Schweiz spielt nach dem Abstieg von 2024 in der Liga B und trifft in ihrer Gruppe auf Nordmazedonien, Schottland und Slowenien.

Bereits im ersten Länderspielfenster stehen vier Partien innerhalb von zwölf Tagen an. Den Auftakt bestreitet die Schweiz am 26. September auswärts in Skopje gegen Nordmazedonien. Yakin hat als sportliches Ziel den Wiederaufstieg in die Liga A ausgegeben und will gleichzeitig neue Spieler in die Mannschaft integrieren.

🏆 DIE NÄCHSTEN NATI-SPIELE

  • 26. September, 20.45 Uhr: Nordmazedonien – Schweiz in Skopje.
  • 29. September, 20.45 Uhr: Schottland – Schweiz im Hampden Park in Glasgow.
  • 3. Oktober, 20.45 Uhr: Schweiz – Slowenien in Luzern.
  • 6. Oktober, 20.45 Uhr: Schweiz – Nordmazedonien in Luzern.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert

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