Leichtathletik-EM 2030 in Helsinki – Zürich peilt nun 2034 an

Blick auf das Olympiastadion in Helsinki mit seiner roten Leichtathletikbahn, den Zuschauertribünen und dem markanten weissen Stadionturm.

Die Leichtathletik-Europameisterschaften 2030 finden in Helsinki statt. Der europäische Verband European Athletics hat die finnische Hauptstadt am Donnerstag, 22. Oktober 2026, zum Austragungsort bestimmt. Helsinki setzte sich bei der Entscheidung in Lausanne gegen Brüssel durch und wird als erste Stadt überhaupt zum vierten Mal eine Leichtathletik-EM organisieren.

Die finnische Hauptstadt hatte die kontinentalen Titelkämpfe bereits 1971, 1994 und 2012 ausgerichtet. Herzstück der nächsten Austragung wird das traditionsreiche und umfassend modernisierte Olympiastadion sein. Die Verantwortlichen überzeugten mit bestehenden Sportanlagen, kurzen Wegen und der Unterstützung durch Stadt und Staat.

Auch die Schweiz spielte im Vergabeverfahren zunächst eine Rolle. Zürich hatte sich ursprünglich um die EM 2030 bemüht, zog seine Kandidatur jedoch im Juni zurück. Stattdessen richtet sich der Blick nun auf eine mögliche Bewerbung für 2034. Die bislang letzte Leichtathletik-EM in der Schweiz fand 2014 im Zürcher Letzigrund statt.

SPORTAKTUELL.CH INFORMIERT
Das Wichtigste auf einen Blick
EM 2030: Helsinki erhält den Zuschlag von European Athletics.
Entscheid: 22. Oktober 2026 in Lausanne.
Konkurrenz: Helsinki setzt sich gegen Brüssel durch.
Historisch: Vierte EM in Helsinki nach 1971, 1994 und 2012.
Schweiz: Zürich prüft eine Bewerbung für die EM 2034.
Was das bedeutet
Finnland erhält seinen nächsten grossen internationalen Leichtathletikanlass. Für Zürich bleibt die Möglichkeit einer späteren Austragung bestehen. Schweizer Athletinnen und Athleten werden 2030 auf einer traditionsreichen europäischen Wettkampfstätte um Medaillen kämpfen.

Helsinki überzeugt den europäischen Verband

Die Entscheidung fiel während einer Sitzung des European-Athletics-Councils in Lausanne. Im abschliessenden Bewerbungsverfahren standen nur noch Helsinki und Brüssel zur Wahl.

Beide Städte präsentierten ihre Konzepte für die Organisation der Europameisterschaften. Während Belgien mit dem König-Baudouin-Stadion und umfangreichen Modernisierungsplänen antrat, konnte Helsinki auf seine bestehende Infrastruktur setzen.

Das finnische Olympiastadion wurde in den vergangenen Jahren umfassend renoviert. Es verbindet historische Bedeutung mit modernen Einrichtungen für Athleten, Medien und Zuschauer.

Auch die kurzen Entfernungen zwischen Wettkampfstätten, Trainingsanlagen und Hotels gehörten zu den wichtigen Argumenten der finnischen Bewerbung.

European-Athletics-Präsident Dobromir Karamarinov würdigte die lange Leichtathletiktradition Helsinkis. Keine andere Stadt hat die Europameisterschaften bisher häufiger veranstaltet.

Olympiastadion mit grosser Sportgeschichte

Das Olympiastadion von Helsinki zählt zu den bekanntesten Leichtathletikarenen Europas.

1952 fanden dort die Olympischen Sommerspiele statt. Auch die ersten Leichtathletik-Weltmeisterschaften der Geschichte wurden 1983 in Helsinki ausgetragen.

2005 kehrten die Weltmeisterschaften ein weiteres Mal in die finnische Hauptstadt zurück.

Mit den Europameisterschaften 2030 erhält das Stadion nun einen weiteren bedeutenden internationalen Grossanlass.

Finnland besitzt insbesondere in den Wurfdisziplinen eine lange Tradition. Der Speerwurf zählt seit Jahrzehnten zu den populärsten Sportarten des Landes.

Die Organisatoren hoffen deshalb auf eine grosse Begeisterung des heimischen Publikums und zahlreiche Besucher aus anderen europäischen Ländern.

Brüssel verpasst die Rückkehr nach 80 Jahren

Für Brüssel bedeutet der Entscheid eine Enttäuschung.

Belgien hatte die Leichtathletik-Europameisterschaften bisher lediglich 1950 ausgerichtet. Eine Austragung 2030 wäre genau 80 Jahre nach der damaligen Veranstaltung erfolgt.

Zudem feiert Belgien 2030 sein 200-jähriges Bestehen. Die Europameisterschaften hätten damit einen besonderen Platz im nationalen Jubiläumsprogramm einnehmen können.

Im Umfeld des König-Baudouin-Stadions waren bereits Investitionen in zusätzliche Sportanlagen vorgesehen.

Trotz dieser Voraussetzungen entschied sich European Athletics für die finnische Bewerbung.

Zürich richtet den Blick auf 2034

Aus Schweizer Sicht ist besonders die ursprüngliche Kandidatur von Zürich interessant.

Die Stadt hatte zunächst gemeinsam mit Helsinki und Brüssel am Auswahlverfahren teilgenommen. Im Juni 2026 zog Zürich seine Bewerbung jedoch zurück.

Der Rückzug erfolgte, bevor die Entscheidung über den Austragungsort getroffen wurde. Zürich gehörte deshalb im Oktober nicht mehr zu den beiden verbleibenden Kandidaten.

Eine erneute Bewerbung für die Europameisterschaften 2034 wird weiterhin angestrebt.

Die Schweiz verfügt mit dem Letzigrund und dem traditionsreichen Meeting Weltklasse Zürich über grosse Erfahrung in der Organisation internationaler Leichtathletikanlässe.

Die Europameisterschaften 2014 in Zürich gelten dabei als wichtiger Bezugspunkt für künftige Bewerbungen.

Schweizer Leichtathletik mit starken Perspektiven

Für die Schweizer Athletinnen und Athleten bleibt Helsinki 2030 ein attraktives Ziel.

Die jüngsten internationalen Erfolge haben gezeigt, dass die Schweiz in mehreren Disziplinen zur europäischen Spitze gehört.

Besonders die Entwicklung der Mittelstreckenläuferin Audrey Werro sorgt für Aufmerksamkeit. Die Freiburgerin gewann 2026 EM-Gold über 800 Meter und etablierte sich mit Schweizer Rekordzeiten in der Weltklasse.

Auch Mehrkämpfer Simon Ehammer zählt zu den international erfolgreichsten Schweizer Leichtathleten. Beide wurden nach ihren herausragenden Saisonleistungen für Europas Athletenwahl nominiert.

Bis 2030 werden weitere junge Talente Gelegenheit erhalten, sich auf internationaler Ebene zu etablieren.

Zunächst stehen allerdings die Europameisterschaften 2028 im polnischen Chorzów auf dem Programm. Sie werden vom 3. bis 8. Juni im Stadion Śląski ausgetragen.

Danach richtet sich die europäische Leichtathletik erneut auf Helsinki aus.

AKTUELLER STAND
Leichtathletik-EM – Austragungsorte
22. Oktober 2026 | Vergabeentscheid und EM-Geschichte
Jahr / Austragungsort Land / Austragungsstätte
1971 – Helsinki Finnland – Olympiastadion
1994 – Helsinki Finnland – Olympiastadion
2012 – Helsinki Finnland – Olympiastadion
2014 – Zürich Schweiz – Letzigrund
2026 – Birmingham Grossbritannien – Alexander Stadium
2028 – Chorzów Polen – Stadion Śląski
2030 – Helsinki Finnland – Olympiastadion

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert

Empfehlungen