NBA greift hart durch: Clippers müssen 30 Millionen Dollar zahlen – fünf Draftpicks weg
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Die NBA verhängt eine der härtesten Strafen der jüngeren Ligageschichte gegen die Los Angeles Clippers. Wegen unerlaubter Umgehung der Gehaltsobergrenze muss die Franchise 30 Millionen Dollar Busse bezahlen und verliert fünf Erstrunden-Draftpicks. Auch Superstar Kawhi Leonard wird mit 700’000 Dollar gebüsst. Betroffen ist damit auch der Club des Schweizer Centers Yanic Konan Niederhäuser – gegen ihn selbst richten sich die Vorwürfe allerdings nicht.
Der Entscheid ist das Ergebnis einer fast einjährigen unabhängigen Untersuchung. Nach Angaben der NBA fanden die Ermittler ein Muster mehrerer schwerwiegender Verstösse gegen die Regeln zur Spielerentschädigung.
Zusätzliche Einnahmen für Leonard organisiert
Im Zentrum des Falls stehen finanzielle Vereinbarungen rund um Kawhi Leonard. Die Clippers sollen ausserhalb seines regulären Spielervertrags zusätzliche Einnahmemöglichkeiten für ihn organisiert beziehungsweise ermöglicht haben.
Nach den Ergebnissen der Untersuchung vermittelten Verantwortliche des Clubs Werbevereinbarungen zwischen Leonard und mehreren Unternehmen, die gleichzeitig geschäftliche Beziehungen zu den Clippers unterhielten. Genannt werden Aspiration Partners, Boingo Wireless, Daktronics und Lockton Insurance.
Die NBA wirft dem Club zudem vor, diesen Unternehmen eigene Geschäfte in Aussicht gestellt zu haben, damit entsprechende Vereinbarungen mit Leonard zustande kamen. Auch persönliche Ausgaben des Spielers und seines Umfelds sollen von der Organisation übernommen worden sein.
30 Millionen Dollar und fünf Erstrunden-Picks
Die Konsequenzen sind massiv. Die Clippers müssen eine Busse von 30 Millionen Dollar bezahlen. Noch schwerer könnten langfristig die sportlichen Folgen wiegen: Der Club verliert jeweils seinen Erstrunden-Pick in den NBA-Drafts 2029, 2030, 2031, 2032 und 2033.
Besitzer Steve Ballmer wird für ein Jahr von sämtlichen Liga- und Teamaktivitäten suspendiert. Die NBA wirft ihm vor, wissentlich dabei geholfen zu haben, zusätzliche Einnahmemöglichkeiten für Leonard zu schaffen.
Auch die Führungsebene wird bestraft. Gillian Zucker, Präsidentin der Business Operations, wird für ein Jahr ohne Lohn suspendiert. Basketball-Präsident Lawrence Frank erhält eine sechsmonatige Sperre.
Leonard muss 700’000 Dollar bezahlen
Kawhi Leonard selbst muss 700’000 Dollar an die NBA bezahlen. Nach Auffassung der Liga hatte sein damaliger Manager Dennis Robertson die Clippers unter Druck gesetzt, zusätzliche Einnahmen ausserhalb des Spielervertrags zu ermöglichen.
Robertson wird für fünf Jahre von Geschäften und Tätigkeiten mit NBA-Clubs ausgeschlossen.
Die Clippers stehen zudem während der kommenden fünf Jahre unter einem besonderen Kontroll- und Überwachungsprogramm der Liga.
Auch Schweizer Niederhäuser bei den Clippers
Aus Schweizer Sicht ist der Fall besonders interessant, weil Yanic Konan Niederhäuser zum Kader der Clippers gehört. Der 23-jährige Center aus dem Kanton Freiburg wurde 2025 an 30. Stelle der ersten Draft-Runde ausgewählt und schaffte damit als vierter Schweizer den Sprung in die NBA.
Mit den aktuellen Untersuchungen hat Niederhäuser selbst nichts zu tun. Die drastischen Sanktionen gegen seine Organisation können die sportliche Zukunft der Franchise aber über Jahre beeinflussen. Wie Schweizer Basketballtalente systematisch an den Leistungs- und Profisport herangeführt werden, zeigt auch der Blick auf die heimischen Nachwuchsstrukturen.
NBA spricht von schwerwiegenden Verstössen
NBA-Commissioner Adam Silver bezeichnete die Regeln zur Spielerentschädigung als einen fundamentalen Bestandteil des sportlichen Wettbewerbs. Die Härte der ausgesprochenen Sanktionen spiegle die Schwere der festgestellten Verstösse wider.
Nach Angaben der Liga sind die ausgesprochenen Strafen endgültig und bindend. Gleichzeitig können die Ermittler weiterhin zusätzliche Informationen berücksichtigen. Sollten neue Erkenntnisse auftauchen, behält sich die NBA weitere Schritte vor.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert