Stragiotti wird Formula-Kite-Europameister – Lengwiler holt Bronze
Antonio Spitaleri Allgemein Europa Natur News Orte Schweiz Themen
Gian Stragiotti ist Europameister im Formula Kite. Der 18-jährige Schweizer belegt bei den Titelkämpfen im türkischen Akyaka in der offenen Wertung Rang zwei hinter seinem Trainingspartner Maximilian Maeder aus Singapur und ist damit bester Europäer. Bei den Frauen sorgt Elena Lengwiler mit EM-Bronze für die zweite Schweizer Medaille.
Stragiotti bestätigt damit seinen endgültigen Aufstieg in die internationale Weltspitze. Der Zürcher hatte sich bereits vor dem Schlusstag direkt für den Grand Final qualifiziert und musste sich in der Gesamtwertung einzig dem dreifachen Weltmeister Maeder geschlagen geben.
Auch das weitere Schweizer Ergebnis fällt stark aus. Karl Maeder beendet die Männer-Konkurrenz auf Rang sechs. Lengwiler erlebt bei den Frauen einen turbulenten Finaltag: Die 29-Jährige gewinnt zunächst den ersten Finallauf, wird später jedoch wegen eines Frühstarts disqualifiziert und beendet die EM als drittbeste Europäerin.
Stragiotti krönt eine starke Woche
Schon während der Qualifikation hatte Stragiotti gezeigt, dass in Akyaka mit ihm zu rechnen ist. Mehrfach lieferte er sich an der Spitze enge Duelle mit Maximilian Maeder und setzte sich gleichzeitig deutlich von einem Grossteil der europäischen Konkurrenz ab.
Vor der Medal Series lag der Schweizer auf dem zweiten Gesamtrang. Damit erhielt er neben Maeder einen direkten Startplatz im Grand Final und musste nicht den Umweg über Viertel- und Halbfinal nehmen.
In der offenen Wertung blieb Maeder schliesslich vorne. Da der 20-jährige Dominator der Formula-Kite-Szene für Singapur startet, war er jedoch für den europäischen Titel nicht wertungsberechtigt. Dieser ging an Stragiotti als bestklassierten europäischen Athleten.
Der Erfolg ist der nächste grosse Schritt in einer bemerkenswerten Entwicklung. Im Mai hatte Stragiotti bei der Weltmeisterschaft in Viana do Castelo bereits Silber gewonnen – ebenfalls hinter seinem Trainingspartner Maeder. Ende August folgte bei der Junioren-WM in der Türkei eine weitere Silbermedaille.
Nun steht erstmals der Europameistertitel bei der Elite in seinem Palmarès.
Lengwiler kämpft sich trotz Frühstart auf das Podest
Auch Elena Lengwiler gehörte während der gesamten Woche zu den stärksten Fahrerinnen. Vor der Medal Series lag die Schweizerin in der Spitzengruppe und durfte sich berechtigte Hoffnungen auf eine Medaille machen.
Der Start in den entscheidenden Wettkampftag gelingt perfekt. Lengwiler gewinnt den ersten Finallauf und bringt sich damit in eine ausgezeichnete Ausgangsposition.
Danach folgt jedoch der Rückschlag. Wegen eines Frühstarts wird die Schweizerin disqualifiziert und verliert damit die Chance, noch weiter nach vorne zu fahren. Trotzdem reicht ihre Leistung für den dritten Platz in der europäischen Wertung und damit für Bronze.
Für Lengwiler ist es bereits die nächste internationale Medaille in diesem Jahr. Bei der Weltmeisterschaft im Mai hatte sie ebenfalls Bronze gewonnen. Im Juli folgte beim Sailing Grand Slam auf dem künftigen Olympiarevier in Long Beach ein weiterer dritter Rang.
Formula Kite verbindet extreme Geschwindigkeit mit taktischen Entscheidungen und präziser Kontrolle von Kite und Foil. Auch ausserhalb des Spitzensports wächst die Begeisterung für die Disziplin: Kitesurfen auf Schweizer Seen verbindet Wind, Wasser und hohe technische Anforderungen.
Schweizer Duo auf Kurs Richtung Los Angeles
Die Europameisterschaft in Akyaka ist auch mit Blick auf die Olympischen Spiele 2028 von Bedeutung. Formula Kite gehört seit Paris 2024 zum olympischen Programm, in Los Angeles werden die Medaillenrennen vor Long Beach ausgetragen.
Stragiotti und Lengwiler haben in dieser Saison mehrfach bewiesen, dass sie international um Spitzenplätze kämpfen können. Besonders Stragiottis Entwicklung ist bemerkenswert: Mit erst 18 Jahren steht er bereits bei Welt- und Europameisterschaften regelmässig auf dem Podest.
Auch Lengwiler gehört inzwischen konstant zur Weltspitze. Die beiden Schweizer Resultate von Akyaka bestätigen damit, dass Swiss Sailing in der noch jungen olympischen Disziplin gleich mehrere ernsthafte Kandidaten für den nächsten Olympiazyklus besitzt.
Mit Gold für Stragiotti und Bronze für Lengwiler endet die EM in der Türkei aus Schweizer Sicht entsprechend erfolgreich.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert