Giftige Pilze, Nüsse und dunkle Wege – so schützen Tierhalter ihre Vierbeiner im Herbst
belmedia Redaktion Allgemein Alltag elterntipps.ch familie.ch Garten gartenaktuell.ch Haus, Garten & Einrichtung Haustiere Hunde hundenews.ch Katzen katzennews.ch Magazine Natur & Umwelt News Pflanzen Prävention Sicherheit sicherheit.ch Themen Tierarzt Tiere Tierschutz Tierwelt tierwelt.news Tipps Verbreitung Wildtiere
(Basel BS). Die Blätter fallen und der Wald leuchtet bald in bunten Farben: der Herbst ist da. Doch so schön diese Zeit und die Spaziergänge durch raschelndes Laub auch sind, der Herbst birgt zahlreiche Risiken für unsere vierbeinigen Freunde.
Tierhaltende sollten im Herbst besonders aufmerksam sein, denn viele Gefahren lassen sich mit einfachen Vorsichtsmassnahmen und mit etwas Aufmerksamkeit vermeiden.
Eicheln, Kastanien, Nüsse, Pilze und Giftpflanzen
Die meisten Hunde spielen begeistert mit Kastanien, Eicheln oder Nüssen, die sie unter dem Herbstlaub finden. Doch Vorsicht: Die in Eicheln enthaltene Gerbsäure sowie Oxalsäure in Kastanien und Nüssen können zu schweren Magen-Darm-Problemen, Krämpfen, Lethargie oder sogar Lähmungen führen.
Auch Walnüsse sind tückisch: Schimmelpilze, die von aussen nicht erkennbar sind, können das Nervensystem angreifen oder gar tödlich sein. Zudem verursachen zerkaute Nussschalen Verletzungen im Maul und Verdauungstrakt.
Rote Fliegenpilze, Pantherpilze, grüne Knollenblätterpilze, Satan-Röhrlinge oder Giftmorcheln gehören für Mensch und Tier zu den besonders giftigen Pilzen und können im schlimmsten Fall lebensbedrohlich sein. Schon kleine Mengen können zu Erbrechen, Durchfall, Krämpfen, Herzrasen oder neurologischen Auffälligkeiten führen.
Weitere Gefahren für Vierbeiner lauern an Waldrändern oder sogar im eigenen Garten. Viele Pflanzen, die jetzt ihre Früchte tragen oder Blätter verlieren, sind für Hunde giftig oder sogar tödlich: Herbstzeitlose, Eiben, Tollkirschen, Efeu oder verrottendes Fallobst enthalten giftige Substanzen.
Tipp: Halten Sie Ihren Vierbeiner beim Spaziergang im Wald an der Leine und entfernen Sie Pilze und giftige Pflanzen im eigenen Garten, das beugt Notfällen vor. Bei Verdacht auf eine Vergiftung suchen Sie sofort einen Tierarzt auf und nehmen wenn möglich den restlichen Pilz oder ein Stück der gefressenen Pflanze zur Identifikation mit.
Dunkelheit: Sichtbarkeit rettet Leben
Nicht zu unterschätzen ist auch das steigende Risiko von Unfällen in der Dämmerung. Freigängerkatzen, Hunde und Halter sind in der Dunkelheit oft schwer zu erkennen.
Rüsten Sie Ihre Fellnase mit einem Leuchthalsband oder reflektierendem Geschirr aus und denken Sie auch an Ihre eigene Sichtbarkeit. Ausserdem hilft eine kleine Taschenlampe, wenn Sie beleuchtete Wege verlassen.
Wildwechsel
Im Herbst sind Rehe, Füchse und Igel besonders aktiv, da sie mehr Nahrung zu sich nehmen, um sich auf den Winter vorzubereiten und sich Reserven anzulegen.
Halten Sie Ihren Hund deshalb stets angeleint, besonders in der Nähe von Feldern und Waldwegen und meiden Sie Jagdgebiete während der Zeit der Treibjagd.
Auch Wildtiere brauchen jetzt Aufmerksamkeit
Im Herbst suchen Amphibien wie Frösche und Kröten frostfreie Verstecke für die Winterzeit, geraten dabei aber oft in Kellerschächte oder Treppenabgänge, aus denen sie ohne Hilfe nicht herauskommen.
Regelmässige Kontrollen oder einfache Ausstiegshilfen können vielen Tieren das Leben retten.
Auch Igel und andere Kleintiere sind gefährdet, wenn nach der Badesaison Pools, Regentonnen oder Teiche unbeachtet bleiben. Sie können hineinfallen und ertrinken. Daher sollten Wasserbehälter immer abgedeckt oder mit Ausstiegshilfen versehen werden.
Insekten überwintern in Stängeln, Rindenritzen oder alten Blütenständen. Wer seinen Garten jetzt zu ordentlich aufräumt, zerstört oft wichtige Lebensräume für Wildbienen und Schmetterlinge.
Besser ist es, vertrocknete Pflanzen und Laubhaufen an geschützter Stelle liegen zu lassen. Das schafft Lebensraum und hilft der Natur über den Winter.
Quelle: Stiftung TBB Schweiz
Bildquelle: Symbolbild © Nik Kochnev/Shutterstock.com